Hotel Schwarzer Adler

Hotel Schwarzer AdlerEin weißer Juli

Ein weißer Juli

von Roman Königshofer – Fotograph & Filmemacher – @rawmeyn – www.romankoenigshofer.com/

 

Im Juli machten wir uns auf den Weg nach Tirol. Unser Ziel war St. Anton am Arlberg, ein ganz schöner Ritt aus der Steiermark. Nach sechs Stunden Autofahrt kamen wir aber schließlich an und standen vor dem Hotel Schwarzer Adler, was für die nächsten Tage unsere Base war. Wir hatten einige Unternehmungen in der Tiroler Bergwelt geplant. Die Freude war groß, die Wettervorhersage jedoch leider nicht so gut…

Mit dem ersten Schritt ins Hotel waren wir gleich ein kleines bisschen entspannter. Durch einen angenehm, beruhigenden Duft und eine herzliche Begrüßung der Mitarbeiter fühlten wir uns von Anfang an wohl. Sofort wussten wir, dass das Wetter nebensächlich sein wird, wir werden hier auf jeden Fall eine schöne Zeit verbringen. Klemens Tschol, der Juniorchef, hat uns mit einem freundlichen Lächeln willkommen geheißen und uns in unser Zimmer geführt. Die Zimmer sind, wie auch das ganze Hotel, sehr stilvoll und gemütlich eingerichtet. Im ganzen Hotel verteilt hängen Fotos aus Zeiten, in denen man noch mit einfachen Holzbrettern die Pisten runter donnerte. Sie zeigen die Einfachheit und den Enthusiasmus mit dem die Menschen schon zur damaligen Zeit den Skisport ausübten. Jedes Mal aufs Neue blieben wir bei den Bildern hängen, wenn wir das Stiegenhaus rauf oder runter gingen.

 

 

Nach einer kurzen Lagebesprechung mit Klemens wurde uns schnell klar, dass wir unsere Pläne über Bord werfen konnten. Statt Kletter- und Wanderausrüstung hätten wir lieber unsere Ski einpacken sollen – am Valluga gab es Neuschnee. Und das im Juli! Tja, das Wetter in den Bergen ist unberechenbar und ändern kann man es auch nicht. Wir konnten zwar unsere geplanten Touren nicht machen, jedoch hatte Klemens im Handumdrehen ein Ersatzprogramm für uns. Neugierig was die nächsten Tage bringen werden und mit einem Mordshunger, ging es zum Abendessen. Wir wurden noch mit einem umwerfenden 5-Gang Menü verwöhnt (bei dem es auch reichlich Auswahl für Vegetarier gab), hatten noch einen Drink an der Bar und fielen daraufhin in unser kuscheliges Bett.

Am nächsten Morgen starteten wir mit Yoga in den Tag. Zweimal in der Woche wird es im Hotel angeboten. Sanft und aktivierend wird der Körper auf den Tag vorbereitet und die Vorfreude auf ein ausgiebiges Frühstück steigt mit jedem Atemzug ;D Frühstück ist für uns die wichtigste Mahlzeit. Wenn wir nicht zeitig aus den Federn müssen, können wir stundenlang am Frühstückstisch sitzen und schlemmen. Und bei einem so umfangreichen, leckeren Buffet und strömendem Regen, der an die Fensterscheiben prasselte, gab es für uns keinen Grund zur Hektik.

 

 

Am frühen Nachmittag verabschiedeten wir uns dann doch noch von der Gemütlichkeit und gingen klettern. Die Kletterhalle „Arlrock“ (http://www.arlrock.at) ist nur fünf Gehminuten vom Hotel entfernt und hat einiges zu bieten. Seilklettern, Bouldern, Tennis, Squash und Kegeln, langweilig wird einem dort bestimmt nicht. Wir powerten uns ordentlich aus und waren richtig happy doch noch so aktiv gewesen zu sein, an so einem Regentag.

Danach erkundeten wir den SPA Bereich des Hotels und konnten so richtig entspannen. Das Angebot ist riesig. Wir entschieden uns für eine kleine Runde im Outdoor Pool und einem 15 minütigen Saunagang, bevor wir im Ruheraum eindösten. Wem das noch zu wenig ist, kann sich in der Saunawelt so richtig austoben. Zusätzlich gibt es noch eine Altholzsauna, eine Biosauna, ein Dampfbad und eine Infrarotkabine. Auch einen Indoor Pool und einen eigenen Vital-Bereich, wo man sich mit Massagen und Beauty-Behandlungen verwöhnen lassen kann.

 

 

Als wir am Morgen des zweiten Tages aus dem Fenster schauten, zeigte sich uns ein unverändertes Bild: Strömender Regen. Aber das schreckte uns nur wenig ab und wir ließen uns nicht von unserem Vorhaben abhalten, heute endlich einmal in die Berge zu kommen. Die „Sommerkarte“ ist im Hotelpreis inkludiert und ermöglicht einem viele Aktivitäten, auch an Regentagen. Alime (die Wanderführerin des Hotels) hat uns mit höchster Motivation die Umgebung gezeigt. Mit der Valluga Bahn ging es rauf auf 2.809m – und somit direkt in den tiefsten Winter. Es war unglaublich! 40 cm Neuschnee im Hochsommer. Wir konnten es kaum fassen! Definitiv ein einzigartiges Erlebnis! Danach machten wir uns noch auf den Weg zum Verwallsee. Wir nahmen den Bus, da es im Tal nach wie vor schüttete. Die Benutzung aller Busse ist ebenfalls in der Sommerkarte inkludiert. Ungefähr eine halbe Stunde fährt man in das wunderschöne Verwalltal hinein, bis man plötzlich direkt vor dem Stausee steht. Das idyllische Tal lädt zum Verweilen ein, allerdings eher bei Sonnenschein ;)

 

 

Zurück im Hotel wurde das Kuchenbuffet gestürmt und die tägliche Portion Koffein eingenommen. Hier schmiedeten wir auch den Plan für den nächsten Tag. Wir sagten uns, egal wie das Wetter morgen sein wird, wir wollen auf jeden Fall die E-Bikes des Hotels ausprobieren! Gesagt getan. Es regnete wieder, jedoch nicht mehr so stark wie an den Tagen zuvor. Mit Regenschutz adjustiert schwangen wir uns auf die Bikes und machten uns auf den Weg zur Darmstädter Hütte im Moosbachtal. Und das war definitiv die richtige Entscheidung. Die Landschaft ist traumhaft! Mit den E-Bikes schafft man die Strecke in ungefähr eineinhalb Stunden und es macht richtig Spaß! Abwechslungsreich geht es immer weiter in das idyllische Tal hinein. Spätestens wenn man vor dem türkisblauen Kartellspeichersee steht, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Kleiner E-Bike Tipp: Der Akku hält nicht ewig und wenn man sich bei geraden Wegen mit dem „Sport“-Modus spielt, kann es schon mal vorkommen, dass am Schluss der Akku leer ist. Somit waren die letzten Serpentinen bis zur Hütte für Roman etwas anstrengender. Nach einem wärmenden Tee in der Hütte (immerhin sind wie hier im Schnee geradelt) ging es wieder runter durch das Moosbachtal. Nass und dreckig von oben bis unten, aber mit einem breiten Grinsen, kamen wir wieder zurück zum Hotel. Genau richtig, um bald beim Abendessen zu sitzen. Jeden Tag aufs Neue ein Highlight!

 

 

Tja und so verflogen vier wunderbare Tage. Den Regen haben wir zur Gänze ausgenutzt und als wir weg waren, war auch der Regen weg… ;) Eines wissen wir bestimmt, wir kommen zurück und dann bringen wir die Sonne mit!